DIE QUALITÄTSINITIATIVE IN DER BERUFSBILDUNG

Im Schuljahr 04/05 startete das Bildungsministerium die Qualitätsinitiative in der Berufsbildung, kurz QIBB genannt.

Alle Schulen des berufsbildenden Sektors sind verpflichtet, im Rahmen ihrer Schulentwicklung Qualitätsverbesserungen durchzuführen. Dazu steht ihnen ein eigens für den Schulbereich entwickeltes Qualitätsmanagementsystem (für den HAK-Bereich als HAK Q-SYS bezeichnet) inklusive einer personellen Struktur zur Verfügung.

An jeder Schule arbeitet eine Schulqualitätsprozessmanagerin zusammen mit einer Steuergruppe unter Führung der Schulleitung an der Umsetzung dieses Systems. Der Schulaufsicht (Landesschulrat) ist eine Landesqualitätsprozessmanagerin als Stabstelle zur Seite gestellt.

Gerade im Bildungsbereich, in dem die Mitarbeiter eine sehr große Verantwortung gegenüber den Schülerinnen, den Eltern, den zukünftigen Arbeitgebern und der gesamten Gesellschaft haben, ist eine laufende Qualitätsverbesserung aller Prozesse eine besondere Notwendigkeit.

QIBB folgt einem Grundgedanken,

dem kontinuierlichen Verbesserungsprozess, dargestellt im Regelkreis „plan – do – check – act“ (PDCA-Regelkreis):

Plane die Ziele, die du erreichen willst – Setze Maßnahmen, um diese Ziele zu erreichen – Überprüfe, ob die gesetzten Ziele erreicht wurden – Reagiere auf die Ergebnisse der Überprüfung bei der Setzung neuer Ziele – usw.

qibb_web_regelkreis

Die „Bausteine“ von QIBB

Noch vor der Festlegung der konkreten Arbeitsziele muss jede Organisation folgende Fragen beantworten: Wer sind wir? Wofür stehen wir? Was sind unsere Aufgaben? Was wollen wir erreichen? Die Antworten auf diese grundlegenden Fragen werden in der Vision und Mission einer Organisation festgelegt und im Leitbild festgeschrieben.

  1. Daher ist das individuelle Schulleitbild, basierend auf dem Leitbild und der Q-Matrix (Katalog von Zielen, Maßnahmen und Evaluationsinstrumenten) der kaufmännischen Schulen Österreichs, der Grundstein von HAK Q-SYS.
  2. Eine weitere Voraussetzung, um sinnvolle Ziele festzulegen, ist das Wissen sowohl um die eigenen Stärken und Schwächen als auch um die Chancen und Risiken, die das Umfeld bereithält und auf die reagiert werden muss. Diese Standortbestimmung wird mithilfe der so genannten SWOT-Analyse (Strengths, Weaknesses, Opportunities, Threats) durchgeführt.
  3. In einem mittelfristigen Entwicklungs- und Umsetzungsplan (3 bis 5 Jahre), werden die Schulziele festgelegt. Das Ministerium gibt ebenfalls konkrete Ziele vor, an denen alle Handelsakademien und Handelsschulen zu arbeiten haben. Ebenso kann die Schulaufsicht eines jeden Bundeslandes spezielle Ziele vorgeben.
  4. Für jedes Schuljahr wird ein Jahresarbeitsprogramm erstellt, in dem die Jahresziele und die zu ihrer Umsetzung notwendigen Maßnahmen beschrieben werden.
  5. Die Jahresziele müssen evaluiert, d.h. überprüft werden, um daraus Schlüsse für die weitere Arbeit ziehen zu können. Dazu stehen auf einer Internetplattform des Ministeriums (www.qibb.at) Evaluierungsinstrumente in Form von Fragebögen zur Verfügung.
  6. Alle oben genannten Daten und Informationen fließen in einen Qualitätsbericht, den jede Schule über die abgelaufenen zwei Jahre zu erstellen hat.
  7. In einem Bilanz- und Zielvereinbarungsgespräch (BZG) werden, ausgehend vom Qualitätsbericht, die Ergebnisse zwischen Schulleitung und Schulaufsicht besprochen und Zielvereinbarungen für die nächsten Schuljahre getroffen.

Qualitätsziele auf Bundes-, Landes und Schulebene

Um die Qualitätsbestrebungen innerhalb eines Schultyps (HAK, HTL, HUM) zu vereinheitlichen, wurden vom Bildungsministerium aus der Q-Matrix (Katalog von Zielen, Maßnahmen und Evaluationsinstrumenten) so genannte Bundesziele vorgegeben:

Derzeit werden 4 Bundesziele von den Handelsakademien und Handelsschulen Österreichs verfolgt:

„Wir koordinieren unsere Lernziele und Lernangebote innerhalb der Fachgruppe und fächerübergreifend im Team.“

Die Zusammenarbeit in den Klassenlehrer-Teams und in den Fachgruppen wurde aufgrund der neuen Herausforderungen (Schulversuche Praxis-Handelsschule, Schulversuch Praktikum in die HAK, neue zentrale Reifeprüfung, neue Lehrpläne) in den letzten Jahren verstärkt.

Im Rahmen des COOL-Unterrichts (cooperatives offenes Lernen) hat die Zusammenarbeit zwischen Lehrpersonen immer schon einen besonders großen Stellenwert.

„Transparente Leistungsbeurteilung und individuelles Feedback fördern den Erfolg unserer Schüler.“

Schon vor der Einführung von QIBB legten die Schulleitung und das Kollegium unserer Schule großen Wert auf die offene Kommunikation zwischen Lehrpersonen und Schülerinnen. Dazu gehören unter anderem

  • die verpflichtende Bekanntgabe der Beurteilungskriterien für jedes Fach in jeder Klasse
  • die verpflichtende Durchführung eines Individual-Feedbacks von Schülerseite an die Lehrpersonen (jede Lehrperson erhält mithilfe eines einheitlichen Fragebogens von einer Klasse pro Schuljahr Feedback über den Unterricht). Dieses Feedback ist Grundlage für die Weiterentwicklung der Unterrichtsqualität auf Lehrer- und Schülerseite.
  • Auch unser Direktor Mag. Hans Duregger lässt sich jedes Jahr von allen Lehrpersonen mit Hilfe eines Fragebogens Feedback zu seiner Arbeit als Schulleiter geben.

„Wir passen unsere Lehr- und Lernformen den individuellen Begabungen unserer Schülerinnen und Studierenden an.“

Offene Lernformen, wie z. B. COOL, aber auch andere moderne Lehr- und Lernmethoden (z. B. Klippertmethoden) prägen unseren Unterricht. Dabei sind uns das Fördern und das Fordern besonders wichtig: Zusätzliche Angebote, z. B. der Erwerb von Fremdsprachenzertifikaten, fordern unsere leistungsstärkeren Schülerinnen. Förderkurse unterstützen leistungsschwächere Schülerinnen.

„Lehrerprofessionalität entwickeln und sichern“

Die ständige Fort- und Weiterbildung der Lehrpersonen ist eine wichtige Voraussetzung für die Weiterentwicklung des Unterrichts. Die Steuerung dieses Prozesses obliegt dem Direktor.

Seit einigen Jahren ist uns die koordinierte Einführung von Neulehrerinnen ein besonderes Anliegen. Durch verschiedene Maßnahmen (Neulehrer-Handbuch, Neulehrer-Coach, Methodentraining) bekommen die neuen Lehrpersonen schnell Einblick in die Abläufe und besonderen Aktivitäten an unserer Schule.

Darüber hinaus steht es jeder Schule frei, weitere für sie wichtige Ziele auszuwählen und als Schulziele zu bearbeiten. In den letzten Jahren lag unser Hauptaugenmerk auf folgenden Bereichen:

„Erfolgreicher Start“

Es ist uns ein besonderes Anliegen, unseren neuen Schülerinnen und Schülern den Start an unserer Schule zu erleichtern. Folgende Aktivitäten tragen dazu bei: Tutoren-Nachmittag, Kennenlerntag, Methodentraining, KV-Stunde.

Aber auch unseren neuen Kolleginnen wollen wir den Start so leicht wie möglich machen. Durch ein von uns erarbeitetes „Neulehrerinnen-Handbuch“ und die Betreuung durch einen „Neulehrerinnen-Coach“ bekommen sie alle Informationen und Unterstützung, die sie brauchen.

„Wir gestalten eine motivierende Lern- und Arbeitsumgebung.“

In den letzten Jahren wurden viele Überlegungen dazu angestellt, die Schule nicht nur zum Arbeitsraum, sondern auch zum Lebensraum weiterzuentwickeln. Einige Schritte sind bereits erfolgt: Ausstattung aller Klassen mit einem PC und Beamer; Einrichtung einiger Klassen mit flexiblen Möbeln; mehr Tische und Stühle in den Freiflächen; Umwidmung und Umgestaltung einiger Räume zu Gruppenarbeits- und Besprechungsräumen für Lehrpersonen und Schülerinnen.

„Weiterentwicklung unseres Kommunikationskonzepts“

Ausgehend von einem Maturaprojekt im SJ 12/13 wurde unser Schullogo überarbeitet und ein Corporate Design entwickelt. Alle notwendigen Schriftstücke und Vorlagen wurden neu gestaltet. Ein Imagefilm wurde gedreht. Ein Konzept für die Neugestaltung der Homepage wurde erstellt und umgesetzt.