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Historische Rahmenbedingungen

Das 17. Jhdt. war geprägt von Kriegen, die wegen religiöser und machtpolitischer Motive gekämpft wurden. Das deutsche Sprachgebiet war durch den Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) und die zweite Türkenbelagerung Wiens (1683) besonders betroffen. Am Ende des Dreißigjährigen Krieges blieben in Deutschland von einer Bevölkerung von 17 Millionen nur 8 Millionen übrig, 15.000 Dörfer in Mitteleuropa waren völlig zerstört, der Westfälische Friede zersplitterte Deutschland in mehr als 300 Klein- und Kleinststaaten, Schlachten, Plünderungen, die Pest und andere Seuchen hatten gründlich gewütet und Mitteleuropa wirtschaftlich im Vergleich zu Westeuropa weit zurückgeworfen.

Absolutismus

Ludwig XIV.Auf politischer Ebene entwickelte sich eine neue Herrschaftsform: der Absolutismus. Ein Fürst hat die Staatsmacht in seiner Hand und regiert uneingeschränkt, unantastbar über alle erhoben, mit dem Anspruch, Stellvertreter göttlichen Willens auf Erden zu sein. Man folgte dabei dem Motto des französischen "Sonnenkönigs" Ludwig XIV., der sagte: "Der Staat bin ich." Der Fürst wird unterstützt von einem stehenden Heer, einer straffen Verwaltung und einem klar gegliederten Rechtswesen.

Thomas HobbesDies war die Stunde der bürgerlichen Gelehrten, deren Kenntnisse und Fähigkeiten nun eingesetzt werden konnten. Sie waren damit dem Landadel, der ja traditionellerweise nicht so gut ausgebildet war, im Hinblick auf Karrieremöglichkeiten weit voraus. Dieser Vorsprung wurde von den Adligen erst gegen Ende des 17. Jhdts. wieder egalisiert.

Die philosophische Rechtfertigung für die Herrschaftsform des Absolutismus lieferte der Engländer Thomas Hobbes (1588-1679), der die Auffassung vertrat, die Menschen bräuchten einen autoritären Herrscher, da sie sonst in den Krieg aller gegen alle zurückfallen würden.