Das Biedermeier war in erster Linie ein Lebensstil und erst in zweiter Linie ein Kunststil. Die Architektur hat wenig Monumentales hinterlassen, denn Großartiges war dem "Stil der Genügsamkeit" fremd.
Auch in der Malerei fand diese Strömung einen oft sentimentalen Ausdruck, der durch Selbstbeschränkung und Rückzug in den privaten Bereich gekennzeichnet ist, etwa bei deutschen Künstlern wie Moritz von Schwind oder Österreichern wie Ferdinand Georg Waldmüller und Friedrich von Amerling. Häusliche Szenen und Geselligkeit im engen Kreis von Familie und Freunden waren beliebte Motive, die bei Malern wie Carl Spitzweg zuweilen auch einen leicht ironisch-humoristischen Anstrich bekommen konnten.
Moritz von Schwind, Spielende Kinder
Carl Spitzweg, Der eingeschlafene Wächter
Der Ruhm des biedermeierlichen Wien beruht vor allem auf der Musik. Das Volk begann selbst zu musizieren und wurde zu einem sachverständigen Publikum. Der wichtigste Vertreter der biedermeierlichen Musik war Franz Schubert.
Triumphpforte für die Vermählung des Großherzogs Leopold von Toskana, erbaut von Johann Konstantin von Walter (1765 Innsbruck)

Das Josephinum in Wien, erbaut von Isidor Canevale (1783/84)
Der Zeremoniensaal der Wiener Hofburg, erbaut von Louis Montoyer (1804/07)