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Tycho Brahevon Christine GröblacherStationen seines Lebens 14.12.1546 (Knudstrup) - 24.10.1601 (Prag) Im Gegensatz zu Johannes Kepler war Tycho de Brahe ein Adeliger. Er wird als kleines Kind von seinem eigenen reichen Onkel entführt, da dieser keine eigenen Kinder hatte. 1566 wird er von ihm auf die Uni Koppenhagen geschickt, um Rhetorik und Philosophie zu studieren. Am Ende seines ersten Studienjahres wurde er Zeuge
einer partiellen Sonnenfinsternis, die selbstverständlich zuvor
angekündigt worden war. Nicht die partielle Sonnenfinsternis war für
ihn so überwältigend, sondern die Möglichkeit, Ereignisse am
Himmel vorhersehen zu können. Mit 16 will Brahe nach Leipzig
wechseln und sein Onkel willigt ein. Da er zwischen den Vorlesungen
Zeit hatte, setzte er sich auch in Mathematik und Astronomie-
Vorlesungen. Während der Studienzeit verlor Tycho bei einem
Zweikampf ein Stück seiner Nase und trug dann bis an sein
Lebensende einen Ersatz aus Silber.Am 11.11.1572 beobachtete er die Supernova in der Cassiopeia und nannte sie "neuen Stern". Später lernt er Wilhelm IV., einen großen Astronomen unter den Adeligen, kennen. Dieser setzt den König von Dänemark Friedrich II. unter Druck, damit ihm dieser eine Insel schenkt, wo Brahe sich eine Sternwarte errichten kann. Im Jahr 1580 wird die Sternwarte Uraniborg auf der Insel Hven im Sund fertig. Dadurch hatte er auch Platz genug für seine zahlreichen Instrumente
(Quadranten, Sonnenuhren und Globen) die sich mittlerweile
angesammelt hatten, da er ständig bessere und größere Instrumente
zur Beobachtung kaufte.Er beschäftigte dort zahlreiche Schüler und Assistenten, die ihm bei Beobachtungen und Berechnungen halfen. Nach zwanzig Jahren Arbeit, wurde er auf seiner Insel immer gelangweilter und ruheloser, und so kam ihm die Auseinandersetzung mit dem nun herrschenden König Christian IV. nur recht, um einen Grund zu haben, wieder auf Reisen zu gehen. Zwei Jahre zog Tycho umher, bevor er sich 1599 am Hof des Kaisers Rudolfs II. in Prag niederließ. Dort wurde Johannes Kepler im Jahr 1600 zu seinem Gehilfen und später auch Nachfolger. Tycho Brahes Weltbild war ein Kompromiß zwischen dem Ptolemäischen mit der ruhenden Erde und dem Kopernikanischen. Er beließ zwar die Erde im Zentrum des Universums, doch um diese als Mittelpunkt bewegten sich nur Mond und Sonne, die restlichen Planeten umkreisten die Sonne. Tycho war ein brillianter Beobachter,
der eine Genauigkeit von 2 Bogenminuten erreichte - aufgrund seiner
nicht so ausgeprägten mathematischen Fähigkeiten war er jedoch
nicht in der Lage, sein eigenes Weltbild durchzurechnen.
Brahe erstellte einen Fixsternkatalog, der ca. 800 Sterne umfaßte, konnte ihn aber nicht fertigstellen. Er lieferte außerdem den Nachweis, daß Kometen keine Erscheinung der Erdatmosphäre sind. Große umwelzende Erkenntnisse lieferte er nicht, doch sammelte er große Mengen an zuverlässigen Daten, die später Grundlage für Keplers Arbeiten waren. Schon als junger Mann war Tycho Brahe von den Sternen fasziniert und schrieb im Alter von 26 Jahren ein Buch über seine Beobachtung einer Supernova. Damit begründete er seinen Ruf als Astronom, und nur wenige Jahre Später schenkte ihm der dänische König Friedrich II. die Insel vor Kopenhagen, auf der ihm der Monarch eine Sternwarte und ein Wohnhaus errichten lies. Wie Galilei (der mit seinen Beobachtungen allerdings erst nach Brahes Tod begann) revolutionierte Tycho Brahe die astronomische Beobachtung, indem er sich seine eigenen Beobachtungsinstrumente baute. Brahe erkannte, daß zur Durchführung genauer Messungen der Position von Sternen und Planeten auch genaue Instrumente nötig sind, und daher machte er sich an den Bau der präzisesten astronomischen Instrumente, die bis dahin von Menschen entworfen worden waren. Brahes Instrumente waren aus zwei Gründen präziser als frühere. Erstens bestanden sie weitestgehend aus Metall und nicht aus Holz, denn Metall konnte man viel besser im Hinblick auf Toleranzen bearbeiten. Zweitens baute Brahe seine Instrumente so groß wie möglich. Dadurch kann die Präzision von Messungen aller Art auf einfache Weise erhöht werden. Je größer der Maßstab, desto präziser kann man Instrumente ablesen. Aber mit dem Bau guter Instrumente war Brahes Beitrag auf dem Gebiet der astronomischen Beobachtung noch lange nicht erschöpft. Er revolutionierte auch die Methoden der Beobachtung. Brahe erkannte als einer der ersten Wissenschaftler den Wert von Mehrfachbeobachtungen und beschäftigt oft einen Stab von Mitarbeitern, die alle ein und dasselbe Ereignis zeitgleich beobachten. Dadurch erhielten seine Ergebnisse noch größere Genauigkeit. Sein vielleicht wichtigster Beitrag war etwas ganz Einfaches - seine Beständigkeit. Brahe führte als einer der ersten Astronomen ständig wiederholte Messungen der Positionen von Planeten und Sternen durch - Nacht für Nacht und Jahr für Jahr. 30 Jahre lang sammelte Tycho Brahe Jahr für Jahr gewissenhaft Daten von den Positionen der Sterne und Planeten. Als sich die unzähligen Notizblätter mit Zahlen in Brahes Bibliothek stapelten, erkannte er allmählich eine weitere wichtige Tatsache. Daten an sich sind zwar interessant, aber nutzlos. Man muß sie miteinander vergleichen, sortieren, in ein Diagramm umsetzen und mathematisch analysieren, wenn man sie als Wissenschaftler wirklich verwerten will. Als Brahe das Ende seines Lebens nahen sah, hatte er aus seinen Beobachtungen eine Tatsache mathematisch untermauern können. Er hatte zeigen können, daß die Sterne mindestens 7000mal weiter von der Erde entfernt sein müssen als die Sonne, denn er hatte keinerlei Parallaxe für ihre Positionen messen können, während sich die Erde von einer Seite ihrer Umlaufbahn zur anderen bewegte. Aufgrund dieser Beobachtungen verwarf Brahe die heliozentrische Theorie (wie schon Aristoteles ein paar tausend Jahre zuvor), da er sich nicht vorstellen konnte, daß etwas so weit Entferntes noch so hell ist. Brahes Versuche, seine Beobachtungen der Planetenbewegungen in eine brauchbare Theorie umzusetzen, waren trotz allem weniger erfolgreich. Kurz vor seinem Tod nahm er die Dienste eines jungen Mathematikers in Anspruch, der ihm bei seiner Arbeit zur Seite stand. Die nächste Phase der Revolution begann, denn der Name des jungen Mannes lautete Johannes Kepler (1571-1630). |
geb. vor 1700 1700 - 1799 1800 - 1849 1850 - 1899 1900 - 1950 |
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| ein Physikprojekt im SS 2001 mit IIIb, IVa und IVb von Peter Ranninger | |