große Physiker
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Nikolaus Kopernikus

von Manuel Jussel

Die wichtigsten Lebensdaten:
1473 Nicolaus Copernicus wird am 19. Februar als jüngstes von vier Kindern geboren.
1496 - 1500 Studium der Rechtswissenschaft und Astronomie an der Universität Bologna
Kopernikus 1501 - 1503 Medizinstudium in Padua
1503 Promotion in Ferrara (Doktor der Rechte)
1506 - 1514 In diesen Zeitraum fällt die Erstellung des handschriftlich verfaßten "Commentariolus"
1529 - 1532 Vermuteter Zeitraum der Niederschrift des Manuskripts vom Hauptwerk des Copernicus
1543 Copernicus stirbt am 24. - Mai; am gleichen Tag trifft das erste Druckexemplar des Hauptwerks in Frauenburg ein

Das alte Weltbild um 1450
  • Alle Kontinente sind miteinander verbunden.
  • Nur die Teile Europas, Asiens und Afrikas sind bekannt.
  • Das Festland wird im Verhältnis zu den Meeren viel zu groß dargestellt.
  • In den großen Meeren leben Ungeheuer, die Schiffe und Menschen verschlingen.
  • Die Erde ist eine Scheibe. Geht man über den Rand hinaus , so fällt man hinunter.
  • Räder treiben die Sonne, Sterne und Mond an.
  • Die Erde ist der Mittelpunkt aller Sterne.
  • Die Erde ist von einer Glocke umgeben.
Das Weltbild des Kopernikus
  • Die Erde ist eine Kugel.
  • Die Erde ist nicht von einer Glocke umgeben.
  • Die Erde ist nicht der Mittelpunkt des Universums.
  • Die Sonne ist das lebenspendende Zentrum.
  • Erde, Stern und Monde drehen sich ebenso wie die Planeten auf verschiedenen Bahnen um die Sonne.
  • Die Sonne ist ein Fixstern.
Diese Therorien veröffentlichte er 1543 (kurz vor seinem Tod) in seinem Hauptwerk "NICOLAI COPERNICI THORUNENSIS DE REVOLUTIONIBUS ORBIUM CAELESTIUM LIBRI VI".

Zu Lebzeiten des Copernicus und in den Jahren danach war von Seiten der katholischen Kirche - im Gegensatz zu den Vertretern der Reformation - zunächst keine Ablehnung gegen die neue Lehre zu verspüren.
Copernicus sah nämlich zwischen dem Weltbild des Ptolemäus (Erde im Mittelpunkt des Universums, alles dreht sich um die Erde) und seinem heliozentrischen (helios, griech. - Sonne) System keineswegs ein theologisches Problem. Nach seiner Vorstellung wurde der Offenbarungsgehalt der Bibel von diesem rein mathematischen Sachverhalt nicht berührt.
Diese tolerierende Haltung der Kirche änderte sich jedoch, als ein knappes Jahrhundert danach die Verfechter des neuen Weltbilds im Verlauf sich verschärfender Glaubenskämpfe auch in theologische Kompetenzen einzudringen versuchten und die Kirche ihre Lehrmeinung in Gefahr sah.

Erst dann (1616) wurde die heliozentrische Lehre als bibelwidrig verurteilt; im Jahre 1822 wurde dieses Verbot wieder aufgehoben und sein Werk vom Index gestrichen.
Inzwischen hatte sich jedoch das heliozentrische System des Copernicus weltweit durchgesetzt. Die Indizierung hatte die copernicanische Idee nicht aufzuhalten vermocht.

Weitere Entdeckungen
Die Entdeckung der fast gleichbleibenden parallelen Lage der Erdachse im Raum während eines Umlaufs der Erde um die Sonne. Diese Tatsache erklärt ja das Zustandekommen der Jahreszeiten.
Die Feststellung der auch heute noch fortlaufenden Abnahme der Neigung der Erdachse über die Jahrtausende.
Die Entdeckung der Unermeßlichkeit des Weltraums. So war Copernicus der erste, der die Erde mit dem ganzen Menschengeschlecht durch einen unermeßlichen Weltraum treiben sah. Weder den Glauben an Gott noch die Kirche hielt er hierdurch bedroht, wie seine Widmung des Werkes an Papst Paul III. beweist. Erst die Kleinmütigen, die einen Giordano Bruno verbrannten, weil er auf dem Werk des Copernicus fußend die Existenz zahlloser anderer bewohnter Welten lehrte, machten eine Revolution daraus. Doch hat der große Astronom, der am 24. Mai 1543 im Alter von siebzig Jahren für immer die Augen schloß, die auf überholten Bibeltexten und Anschauungen beruhende Verdammung seiner Erkenntnisse nicht mehr erlebt.

Seine Hilfsmittel
Die technischen Hilfsmittel, die Copernicus für seine astronomischen Beobachtungen zur Hand hatte, sind aus heutiger Sicht als äußerst primitiv zu bezeichnen.
Seine "Sternwarte" in einem kleinen Eckturm des Domes in Frauenburg bestand aus einem wackligen Dreistab, mit dem man die Polhöhe der Himmelskörper messen konnte, sowie anderen Visierinstrumenten. Das Fernrohr war zu jener Zeit noch unbekannt.
Den einzigen Vorteil, den Copernicus gegenüber heutigen Astronomen hatte, war eine geringere Luft- und Lichtverschmutzung des nächtlichen Himmels und die Möglichkeit, eine Idee ein Menschenleben lang ausreifen zu lassen.
geb. vor 1700
1700 - 1799
1800 - 1849
1850 - 1899
1900 - 1950
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ein Physikprojekt im SS 2001 mit IIIb, IVa und IVb von Peter Ranninger