| große Physiker | |
| A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W Y Z | |
Lise Meitnervon Iris KramlPlabutscherstraße 123B, 8051 Graz Sie stand zu Unrecht im Schatten ihres Kollegen Otto Hahn. So steht es in einer Biographie über Lise Meitner, geboren am 17. November 1878 in Wien. Das sie eine der bedeutendsten Physikerinnen war, sagte auch Albert Einstein. Sie ist "Unsere Madame Curie" und begabter als Frau Curie selbst, waren immer seine Worte. Sie, die nur wenige Monate älter war als Einstein und Hahn, stand immer im Halbdunkel ihrer Kollegen. Einerseits als Frau, die als einer der ersten im akademischen Bereich lange Zeit Vorurteilen und Diskriminierungen ausgesetzt war, anderseits wegen ihrer jüdischen Herkunft, die sie in die persönliche und wissenschaftliche Isolation trieb. Ihr Vater, ein Rechtsanwalt, war ein sehr fortschrittlich denkender Mensch und unterstützte seine Tochter in ihren beruflichen Wünschen, wo er konnte. Die Liebe zur Naturwissenschaft entdeckte Lise Meitner schon als Kind, als sie beobachtete wie ein Ölfleck auf einer Wasserpfütze die Farben des Regenbogens verursachte. Wirklich Naturwissenschaftlerin zu werden, war für Meitner nicht leicht. Zur damaligen Zeit war ihr als Mädchen der Zugang zum Gymnasium verwehrt. Um die Universität zu besuchen, mußte sie sich privat aufs Abitur vorbereiten. Im Oktober 1901 begann sie, nach Überspringung aller Hürden, mit dem Studium in Physik und Mathematik. Die Möglichkeit dazu gab es in Österreich gerade erst seit zwei Jahren. In ihren acht Semestern hörte sie besonders gerne den Physiker Ludwig Boltzmann zu, der eigentlich ihre Liebe zur theoretischen Physik erst zu erwecken vermochte. Zur Jahreswende 1905 auf 1906 bestand Meitner ihr Doktorexamen mit der Note "einstimmig Ausgezeichnet". Sie war damit die zweite Frau, die in Wien Physik promovierte. In ihren beiden ersten Arbeiten schrieb sie über die Alpha- und Betastrahlen. Sie wollte anschließend nach Frankreich, zu Marie Curie, bekam aber eine Absage. Im Alter von 29 Jahren ging sie nach Berlin, um für Max Planck zu arbeiten und auch, um sich bei ihm weiterzubilden. In dieser Zeit hatte es sie nicht immer leicht. Schlechte bis keine Bezahlung prägten ihr dasein. Auch die Anerkennung fehlte, da zu dieser Zeit in Preußen keine Frauen zum Studium zugelassen waren. Otto Hahn war begeistert von ihr und stellte Meitner einen Laborplatz zur Verfügung. Probleme hatte Meitner aber immer wieder mit anderen Professoren, die es einfach nicht wahrhaben wollten, daß eine Frau in diese Männerdomäne vorstoßen wollte. So mußte sie in den Kellerräumen forschen, die übrigen Räume durfte sie nicht betreten. Erst 1918 wurde für Lise Meitner eine eigene physikalisch-radioaktive Abteilung geschaffen, die unter dem Namen Hahn-Meitner geführt wurde. Den Höhepunkt ihrer Karriere erlangte sie 1926, als sie Professorin für Kernphysik wurde. Dieser Sonderstatus währte aber nur bis 1938. Mit dem Anschluß Österreichs an Deutschland mußte Meitner nach Schweden flüchten. Ihre Arbeit mit Otto Hahn fand damit ein abruptes Ende. Die Entdeckung des 91. Elements, bis dahin unbekannt, gelangt ihr. Sehr stark widmete sie sich der Forschung von Alpha-, Beta- und Gammastrahlen und deren wesentlichen Kernprozessen. Für diese Arbeiten erhielt sie größte Anerkennung. Den Nobelpreis für Chemie im Jahre 1944 bekam trotzdem Otto Hahn. Wahrscheinlich aber nur deswegen, weil Meitner jüdischer Herkunft war und Frauen zur damaligen Zeit in der Gesellschaft einfach nicht genug Anerkennung gefunden haben. |
geb. vor 1700 1700 - 1799 1800 - 1849 1850 - 1899 1900 - 1950 |
| Astronomie Atom u. Kernphysik Elektrodynamik Mechanik Optik Quantentheorie Strahlung Thermodynamik |
|
| A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W Y Z | |
| ein Physikprojekt im SS 2001 mit IIIb, IVa und IVb von Peter Ranninger | |