Qualitätsmanagement in der Schule - Was bringt uns das?
Da es Ziel jeder Art von Qualitätsarbeit sein muss, die Güte der von der Schule erbrachten Leistungen zu verbessern, ist klar, dass von der Beschäftigung mit Schulqualität alle Schulpartner profitieren müssen. Dies zeigt sich in mehreren Bereichen:
- Kundenorientierung: Qualitätsmanagement bringt ein neues Verständnis der Rollen, die SchülerInnen und Eltern in der Schule haben. Sie sind unsere KundInnen, für die wir unsere Leistungen so erbringen müssen, dass sie uns weiterempfehlen können.
-
Prozessorientierung: Alle Leistungen, die wir als Schule erbringen, werden von uns als planvolle Prozesse betrachtet. Diese sind strukturiert, klar beschrieben und werden regelmäßig auf ihre Effizienz überprüft. Damit wird die Schule besser organisiert.
Ein Beispiel dafür ist die Entstehung des Stundenplans. Während an anderen Schulen in den ersten Schulwochen teilweise täglich die Fächer des nächsten Tages angesagt werden, bis dann nach einigen Wochen der Stundenplan steht, beginnen wir den Unterricht am ersten Schultag mit einem Stundenplan, der zwei Wochen lang gilt und der dann im Normalfall - unvorhersehbare Ereignisse und höhere Gewalt ausgenommen - durch den definitiven Stundenplan ersetzt wird. Damit dies möglich wird, beginnt der Prozess der Stundenplanerstellung mit allen dazu nötigen Vorarbeiten bereits im Februar.
- Ständige Evaluation: Alle Leistungen der Schule werden regelmäßig auf ihre Wirksamkeit überprüft. Entsprechen sie nicht den Erwartungen, werden sie neu geplant und nach einer angemessenen Frist erneut bewertet.
Dazu dienen uns vor allem Umfragen bei Eltern und SchülerInnen, wie sie jedes Jahr durchgeführt werden. Sie geben uns klare Hinweise darauf, was bei unseren KundInnen nicht ankommt. Diese Schwachstellen versuchen wir konsequent auszumerzen.
- Transparenz: Qualitätsmanagement verpflichtet alle MitarbeiterInnen, in unserem Fall hauptsächlich die LehrerInnen, zur Offenlegung ihrer Maßstäbe und Kriterien. So ist es für die Eltern an der BHAK & BHAS Bludenz beispielsweise genau nachvollziehbar, warum ihre Kinder welche Noten haben. Die Beurteilungskriterien werden in jedem Fach sowohl den SchülerInnen als auch dem Direktor bis spätestens 15. Oktober schriftlich bekanntgegeben.
- Feedback: Schulen, denen an Qualität etwas liegt, sind interessiert daran, zu erfahren, wie sie von SchülerInnen und Eltern beurteilt werden. Regelmäßige Befragungen bringen die Daten, aufgrund derer es möglich wird, gezielte Verbesserungsmaßnahmen zu setzen.
So wollen wir jedes Jahr nach den ersten zwei Schulwochen von den ErstklässlerInnen wissen, wie sie den Umstieg in die neue Schule empfanden und ob ihnen dabei ausreichend Unterstützung zuteil wurde. Wenn wir Mängel in der Betreuung entdecken, dann werden alle LehrerInnen davon informiert, damit wir es das nächste Mal besser machen können.
- Ständige Verbesserungen: Alles, was entweder von den KundInnen oder von den MitarbeiterInnen als ungenügend empfunden wird, muss verbessert werden. Freiwillige Arbeitsgruppen, denen die einzelnen Aspekte ein Anliegen sind, arbeiten an neuen Konzepten, um Missstände zu beheben.
Bei der Befragung im Jänner 1999 kritisierten die SchülerInnen die mangelnde Abwechslung im Schulleben. Zur Behebung dieser Schwäche erstellte eine freiwillige Arbeitsgruppe aus SchülerInnen und LehrerInnen eine Freifächerauswahl, die ab Herbst 1999 angeboten wird. Dazu zählen unter anderen Webdesign und Vorbereitungskurse auf international anerkannte englische Sprachzertifikate der University of Cambridge. Weiters organisieren wir einige Veranstaltungen (Tag der offenen Tür, Schulfest, Ausstellungen u.a.) - teils im Haus, teils außerhalb - die mehr Leben in die Schule bringen sollen.
Qualitätsarbeit kann nur gelingen, wenn sich alle Beteiligten am Schulleben damit identifizieren. Deshalb ist es für Schulen ein Anliegen, die Eltern und SchülerInnen sowie die AbsolventInnen als MitarbeiterInnen für die ständige Verbesserung zu gewinnen. Es bieten sich also neue Möglichkeiten, direkt auf die Schule und ihre Leistungen positiv einzuwirken. Wir hoffen, dass viele diese Gelegenheit nützen werden.
|