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Das griechische EposBeim Epos handelt es sich um eine in gebundener Sprache (=Vers, Rhythmus, Reim) abgefaßte Erzählung aus der frühen Geschichte eines Volkes, die entweder durch eine zentrale Idee oder eine zentrale Gestalt inhaltlich zusammengehalten ist. Zur Entstehung der einzelnen Epen existieren verschiedene Theorien. Die eine vertritt die Ansicht, daß die älteren Epen, die sogenannte Volksepik ohne bekannten oder mit zumindest umstrittenem Verfasser, ursprünglich aus mehreren selbständigen und kürzeren, mündlich überlieferten Texten bestanden habe, die von einem Kompilator zu einem einheitlichen Ganzen - sowohl in inhaltlicher als auch in sprachlicher Hinsicht zusammengefügt wurden. Die andere Theorie überträgt auch auf ältere Epen die für die neuere Epik, das sogenannte Kunstepos mit einem bekannten Verfasser, gültige Auffassung, daß es sich hier um ein einheitliches, von einem Autor geschaffenes Kunstwerk handle.
Das älteste abendländische Epos (ca. 2000 v. Chr.) ist die babylonische Geschichte von Gilgamesch, dem König von Uruk, und seinem Freund Enkidu, der ursprünglich von den Göttern geschaffen wurde, um die Tyrannenherrschaft von Gilgamesch zu beenden. Als Freunde bestehen sie den Kampf gegen das Monster Humbaba und einen himmlischen Stier. Nach Enkidus Tod versucht Gilgamesch, das Geheimnis der Unsterblichkeit zu ergründen. Dazu sucht er Utnapishtim, das babylonische Gegenstück zu Noah, auf, der ihm von einer Pflanze erzählt, welche die Jugend zurückbringt. Gilgamesch findet sie, doch sie wird ihm von einer Schlange gestohlen. Da erkennt er, daß es Teil des Menschseins ist, dem Alter und dem Tod nicht entkommen zu können. Das nächste Glied in der Kette der überlieferten Epen ist Homer. |